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20.09.2015 | 13:58 h

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Andreas Burkert

 
 
 

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Golsfjell: Wandern wie die Norweger

So viel Weite! Wer in Südnorwegen, auf dem Golsfjell-Plateu, seine Wanderschuhe auspackt, sollte zumindest Wasser und einen Snack einpacken, wegen der vielen Wanderwege. Und ab September auch eine warme Jacke, wegen der Winde. Es sei, man ist Knut.

Die Hochebene von Golsfjell bietet eine faszinierende Aussicht. Wer wandern will, sollte Südnorwegen entdecken. (c) Andreas Burkert

Und wer nicht wandert, der kann laufen. (c) Christoph Schumann / Lang auf Reisen

Das berühmte Norweger-Pulli-Schaf. (c) Andreas Burkert

Sie werden Knut lieben. Vor Jahren kam der ehemalige Koch, Hotelier und gegeisterter Naturliebhaber auf die Idee, das Golsfjell-Plateau mit Wanderwegen für den Sommer und mit Loipen für den Winter zu überziehen. An nahezu jeder Wegkreuzung lies er ein Hinweisschild mit Wegbeschreibungen aufstellen. „Wetterfest“, erzählt uns der 65 Jährige stolz. Das ist auch gut so. Immerhin bläst an manchen Tagen ein eiskalter Wind, wird die Gegend von heftigen Schauern heimgesucht oder aber deckt eine meterhohe Schneedecke das Plateau zu. Heute kann keine Jahreszeit mehr den Schildern etwas anhaben. Für uns aber sind die Informationen auf dem Golsfjell wichtig.

 

 

Das erleichtert die Tour. Exakt sind auf den Tafeln nämlich Entfernung und Höhenmeter angegeben. Und auch der Schwierigkeitsgrad, der hinter jeder Wanderroute steht, hilft bei der Planung – ausschlaggebend ist die Kondition. „Verlaufen hat sich hier noch kein Wanderer“, sagt Knut, um spontan eine andere Richtung einzuschlagen.Vorbei an artenreichen Krautschichten, Hochstaudenfluren und kleinen flachen Seen, die inmitten dieser Landschaft derart in Szene gesetzt wurden als wäre hier noch die Jungsteinzeit lebendig. Ob hier allerdings auch die  Und vermutlich waren hier auch die Wikinger? Die Feldhasen jagten oder aber das Feuerholz für das Schmelzen von Eisenerz fällten.

Einst Scheune, heute Resort

Die Brüder Knut, Hans, Lars und Arne führen in stolzer Familientradition das Storefjell Resort in Golsfjell. Noch vor knapp einem Jahrhundert grasten hier Schafe, stand eine Scheune, später ein Sommerhaus. Irgendwann beherbergte der Urgroßvater die ersten Gäste. Das war 1930, zu einer Zeit, als diese Gegend Südnorwegens vom Tourismus kaum etwas gehört hat, auch weil der Tourismus von Golsfjell nichts wusste. Heute aber ist die riesige Anlage der Ausgangspunkt, das Basiscamp mit Vollpension, für zahlreiche Frischluft-Aktivitäten.

Weitere Reisereportagen über das faszinierende Norwegen

 

 

Davon hatten auch Gunhild und Knut Nibstad geträumt und mit anfangs 30 Betten den Abenteuer-Tourismus ins Nirgendwo geholt haben. Eine kleine Bilderreise in die 30iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zur Geschichte von Storefjell Abenteuer finden Sie im Übrigen hier.

 

 


In der zweiten Generation, als der Sohn 1956 die Regie übernahm, begann der Ausbau, der, so offenbaren heute kleinere Baumaßnahmen, noch lange nicht beendet ist. Das Full-Service-Hotel auf 1001 Meter und inmitten der Berge zwischen Hallingdal und Valdres gelegen, hat heute 300 Zimmer und damit die größte Anlage im Umkreis. Die regionale Küche, viel Fisch und allerlei Landestypischem auf dem Büffet sowie ein herrlicher Ausblick beim Frühstück auf die Hügel steigern die Vorfreude vor der Wanderung.

Der Winter in Norwegen ist kalt aber faszinierend schön

 

 

„Denk aber auch an den Winter“, unterbricht Richard Taraldsen meine Träumerei. Er ist der Geschäftsführer des Hotels und preist schon jetzt die Ski und Rodel-Möglichkeiten „direkt neben dem Hotel“ an. Mit drei Liften und acht Abfahrten mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden, einem Bereich für Kinder, eine Rodelbahn und natürlich mit mehr als 150 Kilometer langen, gespurten Loipen kommt jeder hier auch im Winter ins Schwitzen.

 

Wer allerdings bei schlechtem Wetter – welches es in Norwegen eigentlich nicht gibt - das Spa aufsuchen möchte, wird ein wenig enttäuscht. Gepflegt und sauber allerdings im Scharm der 80iger Jahre, klein und verwinkelt, übt es nur für Kinder einen Reiz aus. Die werden es auch wegen  der Wasserrutsche lieben, die der niederländische Architekt über zwei Etagen angelegt hat. Die kleine Sauna hingegen bereitet etwa drei Erwachsenen eine Freude, wenn sie sich nach einer langen Wanderung entspannen müssen.

 

Da lohnt es sich, am Abend die Bar mit Disco-Raum aufzusuchen oder in der Squash-Halle sich auszutoben. Die Kleinen können ja derweil Tischfußball spielen – gegen Gebühr. Wer hingegen wandern möchte, bekommt eine Wanderkarte und Verpflegung, wer radeln will, leiht sich ein Rad und wer die schönsten Pfade sucht, bekommt Knut, den Wanderführer, als Wanderführer.

Wann frieren Norweger?

 

 

Dieser Spätsommertag ist frisch, kalt für jeden Mitteleuropäer. Für Knut Koren von Fjellferie aber ist es Hochsommer. Ein Wanderhemd mit ASI-Emblem (Alpin Schule Innsbruck) genügt ihm als Oberteil. Während wir in warmer Unterwäsche und Daunenjacke mitunter frieren, erklärt er unbeirrt eines kalten Westwindes die Weite des Golsfjell-Plateaus. Und nach Stunden der Wanderung, vorbei an kleinen Fjellbirkenwäldern, Hochfjellheiden und Rentierflechte erzählt er uns vom Winter und der Zeit, als er sich in den 1960iger Jahren eine Loipen-Maschine kaufte, damit die ersten Loipen zog und damit den Langlauf nach Golsfjell brachte.

 

 

 

Glauben wir seinen Erzählungen, war er zu dieser Zeit der erste Loipen-Macher – in ganz Nordnorwegen. Das aber ist sehr lange her. Doch Knut wirkt heute noch so energiegeladen wie früher. Wer es mit ihm aufnehmen möchte, kann sich gerne mit ihm auf eine CrossCountry-Tour begeben. Wem die Luft nicht ausgeht, kann ihn dann auch nach seinem neustes Vorhaben fragen.

Südnorwegen, bald ein Mekka für Radfahrer?

 

„Ich plane Trails für die Mountain-Biker, die unser Land auch mit dem Rad erkunden möchten“, erzählt er uns beim Wandern. Die ersten Kilometer sind bereits angelegt. Darunter der Mjolkevegen, eine zum Teil befestigte Schotterstrasse, die von Vinstra nach Gol führt. Entlang der etwa 250 Kilometer sind mal rechts, mal links kleinere landwirtschaftliche Betriebe, mal streunende Schafe auf der Fahrbahn.

 

„Diese Fahrrad-Route ist eine der attraktivsten Wege für RadfahrerInnen in ganz Norwegen“, sagt Knut. Und sie ist Teil der Nationalen Fahrrad-Route Nr. 5, an der an manchen Stellen zum Schwimmen, zum Fischen oder nur zum Verweilen gehalten werden kann. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Strecke auch zahlreiche Höhenmeter aufweist, die unkonditioniert für Atemlosigkeit sorgt. Das aber ist angesichts der vielen Möglichkeiten, ein Bett für die Nacht zu finden, kein Problem. Die Route sollte anfangs in kleinere Abschnitte bewältigt werden.

Weitere faszinierende Reisebilder über Südnorwegen finden Sie in unserer Bilderreportage

Das Golsfjell-Plateau in Südnorwegen

 

Danke

Diese Reise wurde ermöglicht durch Visit Norway

Ein besonderen Dank an Christoph, der jene Bilder verantwortet, auf denen der Autor in Aktion tritt. Sein Blog Lang auf Reisen richtet sich an besonders große Reiselustige.

(Quelle: active woman drive&style)

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