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12.06.2015 | 07:31 h

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Andreas Burkert

 
 
 

TopNews 1, Reisen - Reportagen

 

Vom Glück, per Kajak Lokrum zu erkunden

Alle Blicke richten sich auf Lokrum, der kleinen Insel vor Dubrovnik. Ein Paradies mit subtropischer Vegetation, Ruinen, einem Salzsee für die Gesundheit und Legenden von Richard Löwenherz, der wahnsinnigen Charlotte und Benediktinermönchen, die all jene verfluchen, die die Insel besitzen wollen. Wir paddeln mal rüber.

Anleger auf Lokrum. Natürlich lässt sich die Insel vor Dubrovnik per Fähre erreichen. Wir aber sind gepaddelt. (c) Andreas Burkert

Gesundbaden im kleinen Salzsee auf der Insel Lokrum. (c) Andreas Burkert

Die alte Festungsmauer von Dubrovnik. (c) Andreas Burkert

Historische Relikte auf der Insel Lokrum. (c) Andreas Burkert

Subtropische Vegetation auf der Insel. (c) Andreas Burkert

Dreht der Wind auf Süd-Süd-Ost, türmen sich an manchen Tagen die Wellen mehrere Meter hoch. Nicht so an diesem Tag. Dennoch. Das Vorhaben, mit dem Kajak die vor Dubrovnik vorgelagerte Insel Lokrum zu erkunden, erfordert Geschick, Mut und jede Menge Durchhalteparolen. Jeweils zu Zweit in einem Kajak, in einer Gruppe mit vier Kajaks, verlassen wir den Anlegeplatz. Dieser liegt an einer kleinen Bucht, an einer nur zu Fuß zugänglichen Stelle, hinter der westlichen Stadtmauer von Dubrovnik. Dort hat Adventure Dubrovnik sein Basislager für Gelegenheitspaddler und Wassersportbegeisterte aufgeschlagen.

 

Schwimmweste, Einführung, Notfallplan. Die Vorbereitung durch Denis, unserem Begleiter für die kommenden Stunden, ist informativ und hilfreich. Erste Sorgen kommen auf. Der Wind dreht.

 

 

 

An diesem sonnigen Tag also paddeln wir die knapp halbe Seemeile (700 Meter) rüber zur geschichtsträchtigen Insel Lokrum. Erst später erfahren wir, welch seltsame Dinge sich dort zugetragen haben. Und, schenken wir unserem Guide Glauben, an manchen Tagen noch zuträgt. „Es ist die tragische Geschichte der Erzherzogin Charlotte von Österreich, der die Insel einst gehörte, die aber voller Verzweiflung verrückt wurde“, erzählt er. Dann fügt er mit gespielt ernster Miene hinzu, dass noch immer ihr Geist „genau hier am Brunnen?“ spukt. Wir gehen schnell weiter. Und außerdem liegt das Jahrhunderte zurück, und die Schönheit der Insel lässt das Schlimme vergangener Tage schnell vergessen.

Als die Mönche von Lokrum ihre Insel verließen und verfluchten

 

 

Doch bis in die jüngste Vergangenheit scheint die Insel ihrem Besitzer kein Glück zu bringen. Weil die Benediktinermönche, die einst auf der unbewohnten Insel eine Abtei gründeten, einen großen Garten errichteten und pflegten, ihre Insel verlassen mussten, verfluchten die Benediktiner alle künftigen Besitzer Lokrums. Einer Legende nach, so erzählt es Denis, versammelten sich die Mönche eine Nacht bevor sie ihre Insel verlassen mussten, sprachen ihre Gebete und gingen in Form einer Prozession um ihre Insel. „Mit falsch herum gehaltenen Kerzen“.

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Natürlich haben wir das recherchiert. Und tatsächlich. Alle Besitzer Lokrums scheinen auf eine unnatürliche Art und Weise ums Leben gekommen zu sein. So etwa auch der Bruder des österreichischen Kaisers. Er wurde hingerichtet. Später der Erzherzog Franz Ferdinand und Kaiserin Elisabeth. Beide wurden am Genfer See Opfer eines Attentäters. Und schließlich traf es den Thronfolger Rudolph.  Er begann Selbstmord in Mayerling. Dabei brachte die Insel auch jenen Glück, die auf ihr strandeten. Etwa dem König Richard Löwenherz, der im November 1192 Schiffbruch erlitt und sich auf die Insel rettete.

Wandeln inmitten einer subtropische Vegetation

 

 

 

Auch wir haben an diesem Tag Glück. Das Wetter lädt zum verweilen ein. Wir besichtigen die Ruinen der Abtei, die im Jahr 1667 vom schweren Erdbeben zerstört wurde. Erkunden die Trümmer des Schlosses, die Jahre später Erzherzog Maximilian von Habsburg auf den Trümmern der Abtei errichten ließ. Und wir erforschen den noch gut erhaltenen Kreuzgang und natürlich den botanischen Garten mit einer Vielzahl an australischen und  amerikanischen Pflanzen- und Kakteenarten, die Regierung allerdings erst 1959 errichtete.

 

 

 

Heute sind es die Mitarbeiter des Biologischen Instituts der Kroatischen Akademie der Wissenschaften und Künste (HAZU), die sich um die Pflanzen kümmern, die aus allen Teilen der Welt angeschifft wurden. Für die Unesco war es im Übrigen Grund genug, diese subtropische Vegetation unter Naturschutz zu stellen. Auch hier würde unserem Guide sicher eine gruseligen Geschichte einfallen, würden wir ihn danach fragen. Er erzählt stattdessen, dass schließlich die Franzosen „Anfang des 19. Jahrhunderts“ an höchster Stelle ihr Fort Royal erbauten. Wer es kraxelnd bis auf das Dach schafft, hat von da oben einen atemberaubenden Blick auf Dubrovnik. Und an manchen Tagen fasziniert der Blick auf riesige Kreuzfahrtschiffe, die in der engen Seepassage zwischen der Insel und dem Festland vor Anker liegen.

Der Seegang vor Lokrum zwingt zur Kursänderung

 

 

In der Nähe zum Bootsanlegern gibt es noch ein Naturkundemuseum sowie das Rugjer Josip Bošković-Gedenkmuseum. Das ist etwas für heiße Tage. Viele Inselbesucher gönnen sich allerdings vorzugsweise ein Bad in dem kleinen Salzsee, dessen Salzgehalt dem des Toten Meeres entspricht und bezeichnenderweise Mrtvo More (Totes Meer) genannt wird. Das Baden ist dort fürs Gemüt ebenso gut ist wie für die Haut. Doch auch die verschiedenen Strände auf der kleinen Insel sind fürs Baden geeignet und beliebt. Neben Felsstrände gibt es sogar einen FKK Bereich, wie es ein Hinweisschild in kurzer Entfernung vom Anleger ausweist.

 

 

Ansonsten bietet Lokrum nicht viel. Gelegenheit, die Insel zu erkunden bleibt im Übrigen nur bis zum Einbruch der Dunkelheit. Dann legt der letzte Kahn ab, der tagsüber alle 20 Minuten von Dubrovnik herüberfährt.  Wir aber mühen uns ins Kajak. Kursänderung. Das Umrunden der Insel fällt ins Wasser. Zu hoch die Wellen und zu stürmisch die Adria, als das ungeübte Paddler es wagen sollten, die Insel zum Umrunden. Ob wir es mit letzter Kraft noch geschafft haben und was uns am Abend in Dubrovnik noch erwartet, lesen Sie im zweiten Teil dieser Dalmatinischen Abenteuerreise im Mai.

(Quelle: active woman drive&style)

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