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Zum Interview haben wir uns in der Lounge im Münchner Hotel Vier-Jahreszeiten verabredet. Drei Stunden reden wir, trinken eine Menge Kaffee und atmen die drückende Luft. So stelle ich mir eine Teambesprechung im Rennlager vor, wenige Stunden vor dem Start, volle Konzentration, keine Fehler, keine Schwächen zeigen. Ist das eine Welt, die einer Frau gefällt? Sicher nicht, glaube ich.
Die aktiven Fahrerinnen im Rennsport könnte ich an einer Hand abzählen. Nach der zweiten Tasse Kaffee spreche ich Cora darauf an. Sie lacht und erzählt von einer anderen, aufregenden und faszinierenden Welt. Sie spricht von einer Atmosphäre die fesselt, von Teamgeist und einer Menge Spaß. Gut, sie sollte es ja wissen, denn Sie ist ja auch die Frau eines Rennfahrers. „Ja“, sagt sie. „Mein Mann ist Rennfahrer, trägt einen berühmten Namen und fährt heute noch erfolgreich Rennen. Und, ja, ich begleite ihn auch heute noch“.
„Es ist schade, dass es Frauen noch immer nachgesagt wird, sie packen es nicht“
So oft es ihre Zeit zulässt, schiebt sie nach. „Aber ich bin auch Hausfrau, habe einen neunjährigen Sohn, der selbst begeistert Bambini Kart Challenge fährt und last but not least fahre ich selbst Rennen“. Dass dies so gar nicht in das Klischee Cora Schumacher passt, werden viele nicht erwarten. Das weiß auch sie. Dann erzählt sie uns von der Rolle, die sie allzu lange gespielt hat, die von den Medien so gern geschrieben wird und die, von der sie allzu lange dachte, das man dies vor ihr erwartet.
Sie spielte mit, färbte ihre Haare noch blonder, und ließ sich auf jedem roten Teppich sehen, redete dort mit Gott und der Welt. Auch bei unserem Interview redet sie viel, erzählt witzige, sympathische, aber auch nachdenkliche Geschichten und Erlebnisse aus ihrem Leben. Und sie erzählt von der Freiheit, wenn sie ins Auto einsteigt, Tür und Fenster schließt und den Motor startet: „Denn es gibt nichts Schöneres, als sich nur noch auf die nächste Kurve zu konzentrieren.“
Cora, reden wir mal über qualmende Reifen.
Gerne.
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