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26.07.2011 | 15:03 h

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Arne Pozo Freire

 
 
 

Powerfrau - Reportagen, TopNews 2

 

Michele Mouton: Ein Leben für ein Rennen

Michele Mouton kommt aus der berühmten Parfümstadt Grasse. Doch der Duft, der dieser Frau in der ersten Phase ihres Lebens umgeben hat, roch nicht nach Lavendel oder Bergamotte. Es war Benzin. Zu ihrem 60. Geburtstag erinnern wir uns an an eine Frau, die im Motorsport allen davon fuhr und die die Marke Audi auf den Olymp des Motorsports hievte.

Frauenteam: Fabrizia Pons (links) und Michèle Mouton wirbelten in der WM. (c) Audi

v.r.n.l. Michèle Mouton und ihre Tochter Jessie am neuen Audi RS 3 Sportback. (c) Audi

Mit ihrem Sieg bei der Rallye San Remo vor genau 30 Jahren machte sie nicht nur sich selbst unsterblich. Der Sieg einer Frau auf dem legendären PS-Monster Audi Quattro Sport dürfte mit dazu beigetragen haben, dass die Marke mit den vier Ringen heutzutage in einem Atemzug mit Mercedes und BMW genannt wird.

 

Vorsprung durch Technik“ lautet der ewige Markenslogan von Audi. Doch bevor der Vorsprung vor den anderen Marken einsetzte, musste eine Frau am Steuer 1981 erst einmal die Herrenwelt überholen. Oft wird nämlich vergessen, dass es Mouton und Hannu Mikkola und nicht Walter Röhrl waren, die die ersten spektakulären Schlagzeilen für die Ingolstädter einfuhren. Dieser scheute damals noch einen Vertrag, da die Audi quattros als pannenanfällig galten, und konnte 1982 erst im letzten Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft „verhindern“, dass sich eine Frau den Titel in dieser Männer-Domäne sicherte.

 

Der Grund dafür, dass sich so wenige an Mouton erinnern und keine größere Zeitung ein Portrait zu ihrem 60. Geburtstag am 23. Juni veröffentlichte, ist wohl auch, dass die attraktive Französin 1986 eine Entscheidung traf, vor der viele Frauen im Berufsleben stehen: Sie war 35 und wünschte sich eine Familie. Der lebensgefährliche Job als Rallye-Pilotin – gerade 1985 und 1986 gab es einige Todesfälle unter Fahrern und Zuschauern – war mit diesem noch größeren Traum nicht vereinbar. Mouton zog die Konsequenzen, verabschiedete sich fast vollständig vom aktiven Motorsport und widmete sich der Erziehung ihrer Tochter.

 

Allerdings organisierte sie ab 1988 mit ihrem damaligen Ehemann Fredrik Johnsson das „Race of Champions“, bei der die besten Formel- und Rallye-Fahrer im Knock-Out-System gegeneinander fahren. Bei der letzten Veranstaltung im vergangenen Dezember in der Düsseldorfer Esprit-Arena sorgte die heutige FIA-Managerin für eine wahre Schrecksekunde: Sie nahm in ihrem legendären Audi Sport Quattro S1 einen Randstein zu hart und landete mit dem sündhaftteuren Originalfahrzeug auf dem Dach.

(Quelle: drive&style)

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