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06.08.2010 | 15:01 h |
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Mobilität - Oldtimer, Branche |
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Der alte Daimler auf seinem hölzerner Feuerstuhl |
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Das automobile Zeitalter beginnt im Jahre 1886 mit der Erfindung von Patent-Motorwagen und Motorkutsche der Herren Carl Benz und Gottlieb Daimler. Doch was viele nicht wissen: bereits 1885 lässt Daimler seinen Reitwagen, den hölzerner Feuerstuhl, tuckern. |
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Wie eine Mischung aus Kutsche und einem Motorrad mit Stützrädern mutet das braun-schwarze Ungetüm mutet an. Genau genommen war der Reitwagen, den Gottlieb Daimler am 29. August 1885 zum Patent mit der Nummer 36423 anmeldete, genau das.
Der Reitwagen war 90 Kilogramm schwer, 0,5 PS stark und mit einen tuckernden Einzylinder-Triebwerk ausgestattet. Und er war Vorläufer aller Motorräder und Automobile. Die ersten Meter legte Daimler nach jahrelangen Entwicklungen vor seiner damaligen Werkstatt in der Taubenheimstrasse in Bad Cannstatt zurück. Allerdings fuhr die erste längere Testtour von Bad Cannstatt bis ins drei Kilometer entfernte Untertürkheim dann sein Sohn Adolf.
Nach 20 Minuten lief der Motor Einfach aufsteigen und losfahren - daran ist bei dem 125 Jahre alten Reitwagen auch heute nicht zu denken. "Es dauert ungefähr 15 bis 20 Minuten bis der Motor angezündet ist und läuft", erklärt Michael Plag, bei Daimler Experte für die ältesten der alten Fahrzeuge, "der Reitwagen besteht aus besonders stabilem Eschenholz; die Motorteile aus Bronze, Messing und Stahl." Auf dem Holzgestell gibt es einen Ledersattel, einen dünnen Lenker und zwei Fußstützen.
Mit dem ersten Hebel links vor dem Sattel wird die Verbrennung fein justiert; mit dem zweiten Hebel in Form einer Bonanza-Gangschaltung stellt der Fahrer die Riemenspannung für den Antrieb des Hinterrades ein. Zieht man den Griff nach hinten, tuckert der Reitwagen mit einigem Zucken los. Wird der Griff nach vorne gedrückt, bremst das ungewöhnliche Fahrzeug ab, indem eine Bremse direkt auf das mit Stahl ummantelte hintere Wagenrad drückt.
Den Viertakt-Einzylinder-Motor hat Gottlieb Daimler in der Werkstatt neben seinem damaligen Wohnhaus selbst entwickelt und immer wieder verbessert. Zentrale Elemente sind die Glührohrzündung, das Schwungrad aus Bronze, ein Einlaß-Flatterventil und ein gesteuertes Auslaßventil. "Der Reitwagen fährt mit Leichtbenzin, wie es damals üblich und in der Apotheke zu bekommen war", blickt Oldtimer-Experte Michael Plag zurück.
Ohne Tank, aber mit Lunte Da ein Tank fehlt, wird der Kraftstoff vor dem Start direkt in den Brennraum eingefüllt. |
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(Quelle: Stefan Grundhoff/mid) |
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