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12.10.2010 | 08:52 h

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Andreas Burkert

 
 
 

Powerfrau - Reportagen, TopNews 2

 

Mobil in vier Gängen

Den Osten von Kuba kennen nur wenige. Schade. Denn dort ist Kuba noch karibischer und temperamentvoller als auf dem Rest der hüftschwingenden Insel. „Ursprünglicher“ heißt manchmal auch „infrastrukturell einsamer“. Mit dem Hilfsprojekt „Kinderräder für Kuba“ unterstützen die Journalisten Wolfgang Ziegler und Kornelia Doren die Jüngsten in Sachen Mobilität. Wir trafen Kornelia Doren in Schwabing, kurz vor ihrem Abflug.

Gebraucht Räder helfen Kindern in Ostkuba. (c) Doren

Andreas Jansen, Direktor des Radherstellers Gazelle, hat spontan die Frachtkosten von 1.000 Euro übernommen. (c) Gazelle

Kornelia Doren (links) vor Ort in Kuba. (c) Doren

„Wenn in München nichts mehr geht, fahr ich mit dem Fahrrad“, sagt Kornelia Doren. Das erklärt auch, warum sie ein wenig außer Atem zum Interview kommt. Wäre das Wetter besser, hätten wir das Gespräch auch auf dem Rad führen können. Denn auch wir fahren mehr Rad als Auto in München. Wie wichtig die Mobilität für das Wohlbefinden einer Gemeinschaft ist, weiß Doren nur zu gut. Als Journalistin reiste sie in viele Länder. Regelmäßig sieht sie sich dabei bewusst abseits der Touristenpfade um. 

Mit rund zwei Millionen Touristen, die Kuba jährlich besuchen, gilt die Karibikinsel zu Recht als Traumziel für viele Urlauber. Der Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftssektor Kubas und bringt dem Land jährlich mehr als zwei Milliarden Dollar (1,36 Milliarden Euro) ein. Trotz dieser zentralen Einnahmequelle ist die Bevölkerung, vor allem im Osten Kubas, von vielen Transportwegen abgeschnitten. So kommt es nicht selten vor, dass manche Kleinfamilie samt Hab und Gut auf einem einzigen Rad im Lande unterwegs ist. Vor allem Kindern hilft ein Rad, ihre kleine Welt zu entdecken. Neben dem Fußball ist es das beliebteste Spielzeug und viel sinnvoller als jeder PC. So sammelt sie gemeinsam mit Wolfgang Ziegler, Kuba-Experte und Redakteur der MitelbayerischenZeitung, gebrauchte und auch neue Kinderfahrräder, die sie dann mithilfe von Partnern nach Kuba bringt.



Frau Doren, München kürt sich heuer zur Radl-Hauptstadt. Sie aber sammeln Räder für den Osten Kubas. Warum?

In Kuba gelten Fahrräder als unschätzbares Fortbewegungsmittel. Kleine Fahrräder für kleine Menschen gibt es in Kuba kaum. Bei uns liegen sie in Kellern und Garagen oft viele Jahre ungenutzt herum, während sie in Kuba sehr gut gebraucht werden können. Das hat mich auf die Idee eingebracht, in Bayern Räder einzusammeln und sie dann nach Kuba zu bringen. Eine Rad-Spendenaktion, völlig unbürokratisch und ohne Verwaltungskosten, ist dabei heraus gekommen.

(Quelle: drive&style)

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