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17.03.2011 | 18:17 h

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Andreas Burkert

 
 
 

Mängelreporte/Rückrufe, Mein Recht, TopNews 1

 

Auto können per Funk gekapert werden

Erschreckend einfach haben Forscher aus der Ferne Autos 'gekapert'. Über die Infotainment-Schnittstelle konnten sie die Fahrzeuge öffnen und "fernsteuern". Allerdings erfordert das eine Menge technisches Know-how.

Innovative Infotainment-Systeme wie das Ford-System "Sync" greifen von unterwegs auf Daten aus dem Internet zurück. Der Segen der neuen Technik birgt zugleich auch potenzielle Gefahren durch Hacker-Angriffe. (c) Ford

Die neue Infotainment-Technik ermöglicht es dem Fahrer, per Sprachsteuerung, die Hände am Steuer zu lassen, während er in den Genuss von Musik und Multimedia kommt.(c) Ford

Bei der Übermittlung der zur Unterhaltung benötigten Daten greifen Systeme wie "Sync" auf Drahltosnetzwerke zurück. Daher arbeitet Hersteller Ford permanent an der Sicherheit der Übertragungswege. (c)Ford

Erstmals in Europa zum Einsatz kommt "Sync" ab 2012 im neuen Ford Focus. (c) Ford

Schon heute können Autos über eine Kommunikations-Schnittstelle aus der Ferne fremdgesteuert werden, das haben jetzt US-amerikanische Wissenschaftler festgestellt. Demnach lässt sich über neuartige Infotainment-Systeme wie "OnStar" von GM und das Ford-System "Sync" erschreckend einfach die Kontrolle über den Bordcomputer und das gesamte Fahrzeug übernehmen.

 

Laut einem Bericht des US-Wissenschaftsmagazins "Technology Review" ist somit Zugriff auf sicherheitsrelevante Funktionen wie die Bremsen oder die Zentralverriegelung möglich. Erreicht werden soll das über das drahtlose Computersystem, das zum Hochladen von Audio-Codes oder das automatische Absetzen eines Notrufs im Falle eines Unfalls ("e-call") benutzt wird. Auch Bluetooth-Freisprecheinrichtungen für das Mobiltelefon öffnen dem digitalen "Car-Napping" demnach Tür und Tor.

 

Selbst Forscher waren überrascht

Auf dieses Phänomen gestoßen sind die Forscher im Zuge der staatlich angeordneten systematischen Untersuchung der Fälle von Bremsversagen bei Toyota-Fahrzeugen in den USA. "Wir waren überrascht, dass Autos eine so große Angriffsfläche bieten", sagt der Informatiker Tadayoshi Kohno von der Universität Washington.

 

Die gute Nachricht: Die Schwachstelle der neuen Digitaltechnik wird nicht auf Anhieb jedem dahergelaufenen Autoknacker Tür und Tor öffnen. "Um das zu schaffen, hat ein Team von zehn Forschern zwei Jahre lang geforscht", sagt sein Kollege Stefan Savage. "Das ist nichts, was man als Laie mal eben in seiner Garage machen kann."

 

Risiken sind bekannt

Dem können Hersteller wie Ford nur beipflichten. Aber auch sie wissen um die Risiken ihrer an sich segensreichen Kommunikationstechnik. "Wir arbeiten daher fortlaufend daran, die Sicherheit unserer Systeme zu verbessern. Bei 'Sync' sind zudem Infotainment und Bordelektronik bewusst als getrennte Systeme angelegt", so ein Ford-Sprecher. Auch in den USA, wo "Sync" bereits auf dem Markt ist, sei bisher kein einziger Fall von digitalem Car-Napping bekannt.

 

Andererseits ist nicht alles schlecht an der Möglichkeit, aus der Ferne einzugreifen: So könnte in Zukunft auch ein Autodieb im Fahrzeug eingesperrt und via Fernsteuerung zur nächstgelegenen Polizeiwache gebracht werden.

(Quelle: drive&style)

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