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13.10.2016 | 15:22 h

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Andreas Burkert

 
 
 

TopNews 1, Meine Werkstatt

 

Der Milliardenmarkt für Pkw-Komponenten ist in Gefahr

Mit einem möglichen Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2030 steigen die Chancen einer flächendeckenden Elektromobilität. Für den Produktionsstandort Deutschland aber ist es eine Gefahr. Die Wertschöpfung wird sich grundlegend verschieben. Der Ersatzteilmarkt bricht zusammen.

Mit der flächendeckenden Elektromobilität bricht der Milliardenmarkt Ersatzteilgeschäft zusammen. Auch die Werkstätten werden leiden. (c) Andreas Burkert

Noch gibt man sich entspannt. Zu stark wächst weltweit der Markt für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und die flächendeckende Elektromobilität ist noch in weiter Ferne. Studien zufolge schafft es der elektrische Antriebsstrang bis 2020 nämlich nur auf etwa 13 %. Doch die Annahmen beruhen auf volatilen Parametern. Schon eine Erfindung kann den Prozess erheblich beschleunigen und manche Unternehmen ins Abseits drängen. Die Auswirkungen allein auf die Teilehersteller sind dann aber gewaltig, wie ein Blick in die Auftragsbücher der Branche zeigt.

 

Im vergangenen Jahr wurden am Kfz-Aftermarket im Pkw-Bereich annähernd 31,5 Milliarden Euro umgesetzt — von denen zwar 10,9 Milliarden Euro auf Löhne entfallen. Doch für Pkw-Komponenten wurden immer noch 20,6 Milliarden Euro ausgegeben. Weil aber die Wartungs- und Reparaturkosten für Elektrofahrzeuge um rund 35 % unter denen eines vergleichbaren Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor liegen, wird im Ersatzteilgeschäft der Umsatz einbrechen. Die Autoren haben diese Zahlen auf der Basis eines Kleinwagens berechnet (Laufzeit von acht Jahren und Jahresfahrleistung von 8000 km). Eine Übersicht der Wartungs- und Betriebskosten von Autos mit Verbrennungsmotor (grau) und rein elektrisch angetriebenen Autos auf Basis der ADAC-Kostenanalyse 2014 finden Sie unten.

Die Elektromobilität wird die klassische Arbeitswelt auf den Kopf stellen

Die Elektrifizierung des Antriebsstrangs hält aber noch weitere Überraschungen bereit. Sie geht nämlich mit einer tiefgreifenden Veränderung der Fahrzeugstruktur und der verbauten Komponenten einher. „Dadurch verschiebt sich auch der Kompetenzbedarf für die Produktionstechnik“, erklärt Professor Achim Kampker von der RWTH Aachen. Seiner Meinung nach ist dies insofern bedenklich, als dass das Automobil und alle damit verbundenen Wertschöpfungsbetriebe von hoher volkswirtschaftlicher Bedeutung seien, zumal der Antrieb inklusive aller Komponenten seit der Erfindung des Ottomotors eine Kernkompetenz der deutschen Automobilhersteller sei.

 

 

Zum einen fallen annähernd 1400 Teile für den verbrennungsmotorischen Antriebsstrang weg. Zum anderen erhöht sich der Elektrik/Elektronikanteil beim rein batterieelektrisch angetriebenen Automobil auf 75 %. Das zeigen die aktuellen Studienergebnisse der Forschungsinstitute Fraunhofer IAO, IMU und DLR-FK zu den Wirkungen der Elektrifizierung des Antriebsstrangs auf Beschäftigung und Standortumgebung (ELAB). „Die Herstellung elektrifizierter Antriebsstrangkomponenten erfordert Kompetenzen in bislang im Automobilbau nicht eingesetzten Fertigungsverfahren“, lautet deshalb eine Kernaussage.

 

Lesen Sie die ganze Reportage bei Springer Vieweg:

(Quelle: active woman drive&style)

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