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26.09.2014 | 22:03 h

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Andreas Burkert

 
 
 

TopNews 2, Reisen - Reportagen, Familienurlaub

 

Die Reise führt nach Südböhmen

Südböhmen als Abenteuer erleben, muss einem erst in den Sinn kommen. Doch abseits des Prager Tourismus rockt das Leben ursprünglicher. Ein Eldorado für aktive Familien, die Geschichte spannend erleben wollen und auch vor sportlichen Aktivitäten nicht kneifen. Keine Reise für den braven Soldat Schwejk, dem soeben in der südböhmischen Gemeinde Putim eine Denkmal gesetzt wurde – das erste in Tschechien.

Die Welt ist eine Seifenblase. (c) Andreas Burkert

Die Herren von Rosenberg waren einst in Tschechien sehr einflussreich, und sie waren geschickt im Umgang mit ihrer eigenen Geschichte. So ist belegt, dass Ulrich II. von Rosenberg um die Mitte des 14. Jahrhunderts mehrere gefälschte Urkunden vorlegte, „mit denen das Prestige der Rosenberger erhöht oder die Ansprüche auf bestimmte Besitzungen nachgewiesen werden sollten“. So schreiben es die Geschichtsschreiber. Als ich nun im Spätsommer 2014 Prag erreiche, führen mich meine ersten Schritte hinauf zur Prager Burg, der Pražský hrad, dem seit dem 9. Jahrhundert bedeutenden Symbol des Landes. Und Unterkunft der Herrschenden und Regierenden, der Reichen und Mächtigen.

 

Jeder, der also die Hauptstadt der Tschechischen Republik besucht, sollte zumindest den Berg Hradschin erklommen und einen Teil des riesigen Burgareals erkundet haben. Immerhin findet sich dort eines der weltweit größten Burgkomplexe. Und zwischen Palästen, Amts-, Kirchen- und Fortifikationsgebäuden entdeckt der aufmerksame Wanderer, versteckt in den malerischen Gärten, kleinere und größere Skulpturen. Wer die Muße besitzt, findet von denen an die 160. Wer es später auf die andere Seite des Burgareals – südöstlich der Burg – schafft, kommt zum ehemaligen Palast der Herren von Rosenberg. Diesen haben sie nach einem Brand im Jahr 1541 erbaut, um fortan dort zu residieren.

Erfüllt die John-Lennon-Gedenkmauer wirklich jeden Wunsch?

Und natürlich nutzte es Peter Wok von Rosenberg als Statussymbol, um ihn als den reichsten Herren im Land zu repräsentieren. Erst später diente der Rosenberg-Palast alten Aufzeichnungen zufolge als Institut der Edelfrauen, einem, sagen wir, weiblichen Pendant zu einem Chorherrenstift. Unter der strengen Aufsicht einer Äbtissin wurden dort bis zu dreißig adlige Damen erzogen. Das aber ist seit langem Geschichte. Ebenso wie die von Rosenbergs. Weil Peter Wok keine Nachfahren zeugte, starb mit ihm auch das Adelsgeschlecht aus. Was bleibt, sind die Bauten. Und die sind fast im ganzen Land verteilt.

 

Der Blick über den Rand der Aussichtsplattform der Burg ist fantastisch. Die Dächer der Altstadt bilden ein buntes Mosaik der Epochen. Es wäre schade, an diesem Tag nicht auch die kleinen Gassen der Altstadt zu erkunden. Dort, wo heute noch die Goldmacher in der Goldmachergässchen (Alchimistengasse) ihre Handwerkskunst anbieten, vorbei an Franz Kafkas Geburtshaus bis hin zur John-Lennon-Gedenkmauer. Die besprühte Graffiti-Wand ist übrigens ein Treffpunkt der Hoffenden, die auf der Wand einen Zettel mit ihren Wünschen hinterlassen, in der Hoffnung, sie werden erfüllt.

Zur Rehabilitation nach Hluboká

Dann geht’s weiter über die Moldau. Diesmal mit einem Seegway, jenem abenteuerlich anmutenden Fortbewegungsmittel, angetrieben allein durch leistungsstarke Batterien. Das erleichtert die Stadtrundfahrt, die nun auf den Osten der Stadt mit seinen Parks ausgedehnt wird. Unter der Charles Brücke zurück zum Jüdischen Viertel der Stadt.

 

Früh am Morgen verlasse ich das Hotel Park Inn in Richtung Hluboká. Es sind etwa 140 Kilometer, die entlang einsamer Orte, bürgerlichen Bauten, einige ruinenhaft erhalten, und einer Landschaft führen, die in aller Einsamkeit liegt, wie sie im dichtbesiedelten Deutschland nur noch am Wattenmeer zu finden ist. Die Sonne scheint bereits zur Abfahrt und begleitet mich bis Ortschaft Hluboká, deren Geschichte bis weit in das Mittelalter zurückreicht und die ich dank der gut ausgebauten und an diesem Tag nahezu verkehrsfreien Schnellstrasse vor Mittag erreiche.

In die Kältekammer zur Genesung

Mit meiner Ankunft beginnt nun jener Teil der Reise, der bis zur Rückkehr nach München von zahlreichen spannenden, aufregenden und erholsamen Aktivitäten geprägt ist. Erholsam ist der Aufenthalt in dem erst vor kurzem erbauten RRC Wellnesshotel schon nach wenigen Minuten. Das Entspannungs- und Wellnesszentrum ist zwar auch ein 5-Sterne-Hotel. Doch im Neubau gibt es einen modernen Fitness-, Wellness- und Balneobereich. Und noch etwas Besonderes bietet das Zentrum: Medical Wellness.

 

Im Unterschied zu zahlreichen Wellness-Farmen wird in Hluboká eine umfassende Gesundheitsversorgung angeboten - inklusive einer Kältekammer zum Gesundwerden bei mehr als minus 110 Grad Celsius. Kardiologie, Dermatologie, ästhetische Zahnmedizin, ästhetische und plastische Chirurgie und Orthopädie ergänzen das Angebot. Wer nach seinem Kur- und Sportaufenthalt noch Beschwerden hat, sollte sich ernsthaft Sorgen um seine Gesundheit machen. Laut den Aussagen der Fitnesstrainer genügen einige Tage Training und Therapie, um „Berge versetzen“ zu können.

Die schlafenden Wälder von Blanský les

Mit dem Mut des Trainierten geht’s am Nachmittag noch nach Kleť. Es ist der höchste Berg in Tschechien und liegt nur wenige Kilometer von Hluboká (18 Kilometer) und der Stadt Český Krumlov (8 Kilometer), einem beliebten Ausflugsziel, entfernt. Mit knapp über tausend Meter ist Kleť ein beliebtes Ziel für Familienausflüge und für Leistungssportler, die ihr Können dort gerne auf die Spitze treiben wollen. Seit mehreren Jahren versuchen Ausdauerende so oft wie möglich an einem Tag von der Talstation bis zum Aussichtsturm zu Rennen – bis einem die Kräfte verlassen. Dann bleibt nur die Rast in der Theresiahütte, eine Bergbaude, die auf Initiative von Theresia zu Schwarzenberg entstand.

 

Atemlos macht aber auch der Blick vom Fürst-Joseph-Turm, ein steinerner Aussichtsturm, der bereits 1825 auf betreiben von Joseph Johann Nepomuk zu Schwarzenberg zur Touristenattraktion errichtet wurde.  An schönen Tagen wie diesen sind sogar die Alpen zu erkennen. Davor und rings um einem herum das Grün des Naturreservats Holubovské hadce im Blanský les– und in einiger Entfernung erkenne ich die mächtigen Buchen des Böhmer Waldes.

 

Früher durchstreiften Jäger zur Pirsch diese schlafenden Wälder. Damals, als der Kleť wegen seines vielen Wilds ein bevorzugtes Jagdgebiet der Herrschaft Krumau war. Heute ist das Gebiet ein Landschaftsschutzgebiet mit zahlreichen Naturreservaten. Und die frische Luft und die Ruhe – abseits des Trubels unterm Turm – versetzt in kurzer Zeit in Trance. Zeit zum Endspurt.

Lesen Sie im zweiten Teil des Aktivurlaubs in Südböhmen, wie es mit dem Downhill Scooter durch Naturschutzgebiet geht.

(Quelle: drive&style)

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