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09.12.2016 | 09:13 h

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Andreas Burkert

 
 
 

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Getunte Pedelecs sind lebensgefährlich

Wer heuer ein Elektrofahrrad oder ein Pedelec unterm Weihnachtsbaum findet, googelt spätestens im Frühjahr nach der Möglichkeit, sein Pedelec zu tunen. Das aber ist nicht nur verboten, sondern kann auch tödlich enden.

Wer sein Pedelec tunt riskiert hohe Strafen und mitunter seine Gesundheit. (c) Andreas Burkert

Das Pedelec nimmt enorm an Fahrt auf: Mehr als eine halbe Millionen dieser Elektrofahrrad-Variante wurde im Jahr 2015 verkauft. Weil die Pedelecs in der Regel mit  250 Watt arbeiten, schafft dieses „kleine“ Modell maximale 25 km/h. Dann wird der Motor abgeschaltet. Wer nun schneller fahren möchte, muss selbst kräftig in die Pedale treten. Das aber genügt nicht jedem Besitzer. Viele recherchieren im Internet nach Möglichkeiten, dass Pedelecs zu tunen. Danach fährt es zum Teil mit bis zur doppelten Geschwindigkeit. Die Folgen dieser hohen Geschwindigkeit aber sind fatal, wie Constantin Hack vom Auto Club Europa (ACE) erklärt.

 

Er mahnt eindringlich vor dem Kauf von Bausätze zum Tunen. Diese können leider „im Prinzip von jedem technisch versierten Laien eingebaut werden. Mit recht einfachen Tricks lässt sich beispielsweise der Tacho manipulieren, so dass er eine niedrigere Geschwindigkeit anzeigt, als tatsächlich gefahren wird“, weiß Hack.

Tuning-Kits für Pedelecs

Zwar sind die meisten Tuning-Kits mit dem Hinweis versehen, dass die damit veränderten Pedelecs im Anschluss nur noch auf privatem Gelände oder zu Fahrvorführungen genutzt werden dürfen. „Ich halte das allerdings für ein Schutzargument der Hersteller, um sich rechtlich abzusichern. In Wirklichkeit richtet man sich damit vor allem an junge Fahrer und Bastler – so wie man früher Mofas getunt hat, tunt man heute eben Pedelecs“, so Hack und erklärt, dass das Tunen von Pedelecs gefährlich und teuer werden kann.

 

Lesen Sie auch: Wie gefährlich sind Elektro-Fahrräder?

 

Der große Vorteil von Pedelecs 25 ist, dass sie rechtlich wie ein Fahrrad behandelt werden. Man braucht keine extra Versicherung, kein Kennzeichen und keinen Führerschein. Genau wie bei Fahrrädern empfehlen Experten zwar jedem Nutzer, einen Helm zu tragen – Pflicht ist dieser jedoch auch beim Pedelec 25 nicht. „Wenn man jetzt noch in der Lage ist, das Elektrofahrrad auf eine etwas höhere Geschwindigkeit zu bringen, hat das für so manchen Nutzer durchaus seinen Reiz. Besonders wenn man keinen Auto-Führerschein hat“, so der Experte.

Bei getunten Pedelecs droht auch ein Fahrverbot

Das Problematische: Sobald das Pedelec von allein schneller fährt als 25 km/h sind Helm, Führerschein, Kennzeichen und Fahrzeug-Versicherung Pflicht. „Wenn man sein Pedelec auf diese Weise tunt, darf man damit nicht mehr auf öffentlichen Straßen fahren, da sich durch das erhöhte Tempolimit die Bauart geändert hat. Dann können schnell Strafen drohen.“ Man muss etwa mit einer Anzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis rechnen – dafür droht eine empfindliche Geldstrafe und Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr. Wer noch gar keinen Führerschein hat, dem droht außerdem eine Sperrfrist von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Im Einzelfall kann sie sogar für immer angeordnet werden.

 

„Auch die Haftpflichtversicherung kann sich weigern, einen entstandenen Schaden zu zahlen, wenn sich im Nachgang herausstellt, dass das Pedelec illegal getunt wurde“, warnt Hack. Eine weitere Gefahr: Pedelecs 25 sind für eine dauerhaft höhere Geschwindigkeit, die durch die zusätzliche Motorleistung erzeugt wird, häufig nicht ausgelegt. Rahmen, Reifen und Bremsen könnten der zusätzlichen Belastung also möglicherweise nicht standhalten.

Was darf ich an meinem Pedelec legal verändern?

Der Zweirad-Industrieverband (ZIV) hat einen Leitfaden zum Bauteiletausch bei E-Bikes veröffentlicht. Hier kann man nachlesen, was an Pedelecs 25 verändert werden darf und was nicht, beziehungsweise was man zunächst vom jeweiligen Hersteller freigeben lassen muss. „Teile, die man in der Regel problemlos austauschen darf, sind etwa die Pedale, der Sattel, der Kettenschutz oder die Radschützer. Für die Tretkurbel benötige ich aber zum Beispiel schon die Freigabe des Herstellers.

 

Das Gleiche gilt für die Bremsen, Bremszüge oder auch die Reifen.“ Besonders kritisch seien der Motor, sämtliche Sensoren, die elektronische Steuerung oder das Display. „Hier muss man sich unbedingt vorher die geplanten Veränderungen freigeben lassen“, betont Hack. Gibt der Hersteller die Freigabe nicht, darf man die Teile auch nicht einbauen.

(Quelle: active woman drive&style)

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