Winter-Check für’s Rad

Erstellt von Andreas Burkert |

Endlich wieder gesundes Sauwetter zum Radfahren. Manche treibt es auch bei Nebel, Schneefall und Minustemperaturen aufs Bike. Wenn Sie dazu gehören, dann sollten Sie folgende Tipps zum Winter-Check beachten, um sicher bei Schnee und Glätte zu fahren.

Im Herbst wechseln viele Pendler im urbanen Raum vom Fahrrad zurück auf ihr Auto oder den ÖPNV. Dabei kommt man vielerorts auch in der kalten Jahreszeit gut mit dem Rad voran. Zusätzlich zu dem äußerst günstigen Unterhalt eines Fahrrads gibt es frische Luft kostenlos dazu, die vor und nach der Arbeit die Lebensgeister weckt. Wer dem Herbst und Winter eine Chance geben will, sollte sein Gefährt allerdings einem umfassenden technischen Check unterziehen, um gut sichtbar und vor allem sicher voranzukommen. Besonderes Augenmerk gilt Bremsen, Licht und Schaltung.

 

Lebenswichtig: Bremsen überprüfen!

Der Bremsen-Check beim Fahrrad gestaltet sich ganz einfach: Die Räder sollten beim Schieben gänzlich blockieren, wenn die Bremsen gezogen werden – ist dies nicht der Fall, müssen sie nachjustiert werden. Reicht das nicht aus, weil die Bremsbeläge abgefahren sind, müssen neue her. Mittlerweile gibt es im Fachgeschäft sogar Bremsklötze extra für Nässe. Bremsbeläge für Scheibenbremsen halten zwar deutlich länger, aber auch hier lohnt sich gelegentlich ein Blick zur Kontrolle:  Sind die Beläge weniger als einen Millimeter dick, sollte gewechselt werden. Dennoch: Alle Fahrradbremsen verlieren bei Nässe teils deutlich an Bremskraft, das sollte nie vergessen werden. Genau wie im Auto gilt daher bei Kälte, Dunkelheit, Regen, Nebel und Schnee – Fahrweise anpassen! Schwergängige Bremshebel und Bremszüge müssen gefettet werden, damit sie auch bei Minusgraden funktionieren.

 

Reifen ohne Grip ist der Horror

Bei winterlichen Straßenverhältnissen ist ein gutes Reifenprofil essenziell, daher sollten spätestens jetzt abgefahrene Reifen durch Neureifen ersetzt werden. Für den Einsatz im Winter bieten namhafte Hersteller wie Schwalbe und Continental mittlerweile auch Reifen mit größerer Profiltiefe und kleinen Spikes an, die das Fahren und Bremens auf Schnee und Eis erleichtern. Nachteil: Bei eisfreier Fahrbahn machen die Metallstifte, die sich seitlich im Mantel befinden, das Rad langsamer.

Wer sich beim Radeln trotz perfektem Profil unsicher fühlt, kann etwas Luft aus den Reifen lassen. Der so verringerte Reifendruck schafft etwas mehr Auflagefläche, was die die Reibung erhöht und die Rutschgefahr verringert. Aber Achtung: Den Mindestdruck des Reifens dabei nicht unterschreiten. Damit die Füße schneller und standfester auf dem Untergrund sind, kann auch der Sattel etwas niedriger gestellt werden.

Eine gute Übersicht über unser Fahrradreifen-Sortiment gibt es hier: www.reifen.com/de/Themen/fahrradreifen

Smarte Fahrradbeleuchtung

Da im Winter die Sichtverhältnisse oft besonders schlecht sind, ist auch eine funktionierende Beleuchtung Pflicht. Die Straßenverkehrsordnung wird hier sogar sehr viel genauer als bei anderen Fahrrad-Paragraphen. So gehören zu einem vorschriftsmäßig ausgestatteten Fahrrad immer Front- und Rücklicht (per Akku oder Dynamo betrieben, auf Prüfzeichen des Kraftfahrtbundesamtes mit Wellensymbol und großem „K“ achten), Speichenreflektoren, Pedalrückstrahler sowie Reflektoren nach vorne (weiss) und nach hinten (rot).

Mit der Zeit gehen gerade die Reflektoren in Speichen und Pedalen gern verloren, daher gehören sie auf die Winter-Checkliste. Wenn die Lichter versagen, ist die Ursache häufig an den Anschlüssen zum Dynamo oder den Front- oder Rückleuchten zu finden. Gerissene Kabel sollten erneuert, defekte Birnen getauscht werden. Viele schwören heutzutage auf Akku-Licht statt Dynamo, der extra Kraft kostet. Ein großer Vorteil: Wird kurz gestoppt, leuchten diese weiter und sorgen für die dringend nötige Sichtbarkeit. Wer bei Schneematsch unterwegs ist, sollte ohnehin eher auf Akku-Licht setzen, da Seitenläufer-Dynamos bei Matsch und Schnee häufig Aussetzer haben.

 

Kette und Schaltung pflegen

Wichtig ist außerdem ein Blick auf Kette und Schaltung: Kalte Temperaturen setzen auch der Schaltung und der Fahrradkette zu. Sinkt die Außentemperatur, lässt sich wesentlich schwerer schalten, daher sollten Kette, Ritzel und Zahnräder mit einer Bürste oder einem alten Lappen gereinigt werden. Danach Kette und Schaltmechanik neu einfetten, sonst droht Rost. Am besten ist dünnflüssiges Kettenspray aus dem Fachhandel, aber auch ein gutes Universalschmiermittel leistet viel und ist fast in jedem Haushalt schneller zur Hand. Freigeister schwören auf Vaseline, und sogar Kokosöl soll gute Dienste leisten.

 

In gute Kleidung investieren

Besser gesehen wird auch, wer helle (Funktions-)Kleidung trägt. Viele Jacken speziell für Radler sind heute echte High-Tech-Wunder und besitzen zusätzliche Reflektoren an all den wichtigen Stellen. Für den schmaleren Geldbeutel oder über der unangefochtenen Lieblingsjacke können aber auch Aufkleber, Warnwesten oder Gurte mit reflektierenden Streifen bereits einen großen Unterschied für die Sichtbarkeit machen. Kleine LED-Blinklichter scheinen oft eine gute Idee zu sein, gehen aber zu oft verloren, haben im wichtigsten Moment keinen Saft mehr und produzieren auf lange Sicht viel Elektroschrott. Auf die Mini-Gadgets verlassen sollte man sich also besser nicht.

Zwiebel-Look, wasserfeste Schuhe und warme Socken helfen, den Körper bei Kälte und Fahrtwind warm zu halten. Das gilt insbesondere auch für Pedelec-Fahrer:innen. An die Hände gehören Fingerhandschuhe, am besten atmungsaktive und wasserdichte Radhandschuhe speziell für den Winter. Die Alltagsmaske kann jetzt nicht nur vor Infektionen schützen, sondern auch vor eisigem Fahrtwind. Wenn es im Januar dann richtig knackig kalt wird, sollten keine freien Hautstellen hervorblitzen.

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